Hilfe für Angehörige
Liebe Angehörige,
auch Sie tragen den Schmerz des Verlustes mit, wenn ein geliebtes Kind von einem Sternenelternpaar gegangen ist. Es ist oft schwer, zu wissen, wie man sich verhalten soll, und noch schwerer, wenn man die richtigen Worte finden möchte. Bitte wissen Sie, dass auch Sie in dieser Zeit Unterstützung brauchen und es normal ist, sich in einer solchen Situation hilflos zu fühlen.
Wir möchten Ihnen ein paar Hinweise und Vorschläge an die Hand geben, um auf respektvolle und liebevolle Weise mit den trauernden Eltern umzugehen:
Wichtige Punkte, um die Eltern zu unterstützen:
- Zuhören ist von größter Bedeutung. Geben Sie den Eltern den Raum, über ihren Schmerz zu sprechen, ohne sie zu unterbrechen oder sofort Lösungen anzubieten. Manchmal hilft es schon, einfach zuzuhören.
- Wenn das Sternenkind einen Namen erhalten hat, sprechen Sie diesen Namen aus. Es ist wichtig, den Namen des Kindes zu ehren, anstatt Begriffe wie „Fehlgeburt“ oder „Todgeburt“ zu verwenden. Das zeigt den Eltern, dass das Kind eine Identität hatte und immer einen Platz im Herzen der Eltern hat.
- Offene Gespräche sind heilsamer als Schweigen. Es ist okay, dass Tränen fließen – sowohl bei den Eltern als auch bei den Angehörigen. Das Schweigen kann mehr schaden als helfen. Es ist wichtig, darüber zu sprechen, auch wenn es schwerfällt.
- Kleine Aufmerksamkeiten zu besonderen Tagen wie dem Todestag oder dem Geburtstag des Kindes können den Eltern das Gefühl geben, dass ihr Schmerz anerkannt und ihre Trauer nicht vergessen wird.
Was für die Eltern besonders schmerzhaft ist:
- Die Situation herunterzuspielen oder so zu tun, als wäre nichts passiert, kann das Gefühl der Isolation der Eltern verstärken.
- Verhaltensweisen wie „es ist jetzt vorbei, du musst weitermachen“ oder „du bist noch jung, du kannst doch noch viele Kinder bekommen“ können als verletzend empfunden werden, da sie den Schmerz der Eltern nicht wirklich anerkennen.
- Das Beurteilen der Gefühle und Verhaltensweisen von trauernden Eltern sollte vermieden werden. Jeder trauert auf seine eigene Weise, und es gibt kein „richtiges“ Tempo oder „richtige“ Weise, mit der Trauer umzugehen.
- Kommentare wie „Vielleicht war es besser so“ oder „Zum Glück habt ihr schon Kinder“ können den Eindruck erwecken, dass der Verlust des verstorbenen Kindes nicht wirklich wichtig oder schmerzhaft genug ist.
Gemeinsam heilen, gemeinsam trauern
Es gibt keinen festgelegten Zeitrahmen für Trauer, und es gibt keine „richtige“ Art, zu trauern. Jeder Mensch geht diesen Prozess in seinem eigenen Tempo und auf seine eigene Weise. Es ist wichtig, dass die Eltern wissen, dass ihre Trauer respektiert und anerkannt wird.